Sachverständigenbüro Ferdinand Hiebel, Feldmannstraße 52, 66119 Saarbrücken
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  • Wärmedämmung, Maßnahmen zur Verringerung der Abgabe oder der Ausbreitung von thermischer Energie
  • Schalldämmung, Maßnahmen zur Verringerung der Abgabe oder der Ausbreitung von Luft - oder Körperschall
  • Dämmstoff (Dämmmaterialien)
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    Wärmedämmung

    Wärmedämmung (auch die Dämmung von Kälteanlagen bzw. Teilen davon, da das Eindringen von Wärme be-/verhindert werden soll) sind Maßnahmen zur Eindämmung von Wärmefluss (thermischer Energie) durch Dämmstoffe.
    Die Umgangssprache (der Volksmund) spricht in solchen Fällen häufig von Isolierung. Dieser Begriff wird jedoch nur für die Be-, Verhinderung von elektrischem Stromfluss verwendet. Isolierung ist also Sache des Elektrikers. Der Schutz eines Gebäudes vor dem Eindringen oder dem Einfließen von Wasser wird als Bauwerksabdichtung bezeichnet.

     

    Wärmedämmung von Gebäudeflächen

    Die Wärmedämmung von Gebäuden dient zur Einsparung von Heizenergie. Für die nachhaltige Entwicklung sorgte u. a. die Verteuerung von Energie in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts Somit hat die Wärmedämmung einen hohen Stellenwert erhalten. Insbesondere auch deshalb, weil seit den 80er Jahren gesetzliche Vorschriften zur Wärmedämmung von Gebäuden (EnEV) beschlossen wurden.
    Baustoffe wie Stahl, Beton und Glas, aber auch Natursteine sind relativ gute Wärmeleiter, so dass die daraus errichteten Außenwände von Gebäuden bei kalter Witterung sehr schnell die Wärme von der Innenseite an die Außenseite abgeben. Beim Einsatz dieser Baustoffe werden die Außenwände, auch nachträglich, mit so genannten Dämmstoffen versehen, um so den Heizenergiebedarf zu reduzieren. Gleichzeitig wird der sommerliche Hitzeschutz verbessert, da die Wärme nur langsam in das Gebäude eindringt und die Behaglichkeit reduziert. Beim Einsatz von Klimaanlagen führt dies zur Einsparung von Betriebsenergie.
    Gebräuchliche Dämmstoffe sind:
  • Mineralische Fasern: Steinwolle, Glaswolle
  • Fasern aus natürlichen organischen Materialien: Holzfaserwerkstoff, Holzfaserdämmplatte, Holzwolle, Zellulose, Hanf, Flachs, Kokos, Wolle, Schilfrohrplatten
  • Künstliche organische Schäume: Polyethylen, Polystyrol, Polyurethan
  • Mineralische Schäume: Porenbeton, Bimsstein, Perlite, Blähton, Calciumsilikat-Platten (vorzugsweise für Innendämmung von Außenwänden), Schaumglas
  • Schüttungen: Zelluloseflocken (auch zum Einblasen in Hohlräume), Blähglas, Blähton, Kork
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    Arten der Wärmedämmung

    Man unterscheidet Außen-, Innen- und Kerndämmung. In weiten Teilen Deutschlands ist der einschalige Wandaufbau aus tragenden und wärmedämmenden Baustoffen wie zum Beispiel Ziegel oder Bims- und Porenbeton gängige Praxis. In Verbindung mit Kalksandstein oder schlecht dämmenden anderen Bausteinen wird eine zweischalige Wand mit vorgesetzter Dämmschicht zu einer geschickten Kombination von Statik, Schallschutz, Wärmespeicherung und Wärmedämmung. In Norddeutschland ist der dreischalige Wandaufbau mit Kerndämmung häufig anzutreffen, bei modernen Fassadensystemen wird oft eine Glas-Luft-Glas-Fassade gebaut. Bei der wärmetechnischen Sanierung des Bestandes wird die zweischalige Konstruktion, oft als Wärmedämmverbundsystem bezeichnet, eingesetzt.

     

    Sonderfälle

    In manchen Fällen ist eine Außendämmung nicht möglich (Denkmalschutz) oder nicht gewünscht. So kann man bei Lehmaußenwänden in Fachwerkhäusern und Gebäuden, deren Außenfassade erhalten bleiben soll, auch nachträglich eine Innendämmung aufbringen. Innendämmungen sind allerdings problematischer, da der Taupunkt nach innen wandert und dadurch das Risiko von Feuchtigkeitsbildung (im Wandquerschnitt) und damit die Gefahr von Gebäudeschäden besteht. Innendämmungen müssen mit Dampfsperren sorgfältig ausgeführt werden, da bei Beschädigung der Dampfsperre die sich dann bildende Feuchtigkeit kaum noch aus der Konstruktionsebene entweichen kann. Eine Innendämmung muss durchgehend luftdicht gegenüber der Raumluft abgeschlossen werden, um Hinterlüftung und somit entstehende Kondensation durch Konvektion zu vermeiden.

     

    Physikalische Maßgröße und Einheit

    Zur Kennzeichnung der wesentlichen Eigenschaften von Wärmedämmungen dienen verschiedene Größen:
  • Die Wärmeleitfähigkeit (λ-Wert) ist eine spezifische Eigenschaft des jeweiligen Baustoffes und hat die Einheit W/(mK); Meter steht hier für die Dicke der Dämmschicht entlang des Temperaturgradienten in Ausbreitungsrichtung des Wärmeflusses.
  • Der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert, früher: „k-Wert“) hängt von der gesamten Schichtenfolge und den einzelnen Schichtdicken in Verbindung mit der jeweiligen Wärmeleitfähigkeit ab und hat die Einheit W/(m2K). Quadratmeter steht hier für die wärmeübertragende Querschnittsfläche, senkrecht zur Ausbreitungsrichtung.
  • Wie schnell sich eine Temperaturänderung in einem Material ausbreitet, hängt nicht nur von seiner Wärmeleitfähigkeit, sondern auch von seinem Wärmespeichervermögen ab. Maßgeblich hierfür ist die Temperaturleitfähigkeit, mit der Maßeinheit m2/s.

     

    Probleme beim nachträglichen Einbau von Wärmedämmungen

    Eine Wärmedämmung muss baulich- und nutzungsbedingte physikalische Gegebenheiten berücksichtigen. Nicht fachgerecht ausgeführte Konstruktionen können für erhebliche Probleme sorgen, meist sind dies Feuchtigkeitsprobleme durch Kondensation.

     

    Schalldämmung

    Schalldämmung bezeichnet die Behinderung der Schallausbreitung von Luftschall oder Körperschall.
    Die Schalldämmung ist eine Maßnahme zur akustischen Trennung von Räumen, z. B. bei Sprachlaboren, gegen nicht erwünschten Schall von Nachbarräumen oder von draußen. Die Grundlage der Bauakustik bildet die Schalldämmung (wie viel Schall in den Nachbarraum gelangt), die durch das Schalldämmmaß R in dB gekennzeichnet wird.
    Eine typische Thematik der Bauakustik ist die Trittschalldämmung. Trittschall entsteht ursächlich durch Körperschall (Schritte, Fußtritte, Klopfen), der seinerseits Wände und/oder Decken zur Abstrahlung von Luftschall anregt. Eine Trittschalldämmung kann durch körperschalldämmende (schwimmender Estrich) oder durch luftschalldämmende Maßnahmen (abgehängte Decken) herbeigeführt werden. Schalldämpfung oder die Schallabsorption ist eine typische Aufgabenstellung an die Raumakustik.
    Dämmung für oder gegen Wärme und Schall